Evaluation - Projekterfolge messen
Klarheit gewinnen und nachbessern
Überprüfen Sie ihr Projekt regelmäßig. Planen und gestalten Sie die Evaluation je nachdem wie viel Zeit, Geld und Mitarbeiter*innen Sie haben. Grundvoraussetzung ist: Alle sind bereit, ihre Arbeit zu überdenken und das große Ziel im Blick zu behalten – eine inklusive Gesellschaft. Feiern Sie Erfolge, bessern Sie Schwachstellen nach und entwickeln Sie sich weiter. Die Evaluation hilft Ihnen dabei.
Das hat sich vor Ort bewährt:
- Vereinbaren Sie feste Termine, bei denen der Blick auf Ihre bisherige Arbeit im Mittelpunkt steht.
- Beteiligen Sie Zielgruppenvertreter*innen.
- Die Ergebnisse der Überprüfung (Evaluation) liefern konstruktive Kritik. Betrachten Sie sie als Hilfsmittel.
- Nutzen Sie die Ergebnisse auch, um zu erkennen, wo Ihnen noch Wissen oder Methodik fehlt. Bilden Sie sich und Ihr Team weiter.
- Bereiten Sie die Ergebnisse für die Öffentlichkeit und Ihr Netzwerk auf – in verständlicher Sprache.
- Denken Sie daran: Neuorientierung hat nichts mit Scheitern zu tun. Sie ist manchmal unerlässlich und kann die Netzwerk-Arbeit beleben. Nur wenn Sie regelmäßig Ihr Projekt reflektieren und anpassen, können Sie für Stadt, Gemeinde oder Stadtviertel echte Verbesserungen erreichen.
Warum Sie Ihr Projekt regelmäßig überprüfen sollten
Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie konstruktive Pausen. Reflektieren Sie den Stand der Dinge. Wenn Sie dabei beispielsweise feststellen, dass sich bestimmte Maßnahmen überholt haben, halten Sie nicht daran fest, sondern steuern Sie nach. Es spart Zeit, Geld und Nerven, wenn Sie frühzeitig auf Veränderungen im Netzwerk oder im Projekt reagieren.
Es gibt viele Richtungen, in die sich ein Netzwerk oder die Projektarbeit verändern können. Zum Beispiel:
- Netzwerk-Partner*innen sind unterschiedlich aktiv, und es bilden sich neue Schwerpunkte heraus.
- Einige Menschen gehen, andere kommen hinzu.
- Die Zusammenarbeit der Netzwerk-Gremien läuft anders als erhofft.
- Angebote und Leistungen sind überraschend beliebt oder laufen schleppender als erwartet.
Eine Zielgruppe ist sehr schwer zu erreichen – oder Sie haben bei der Planung eine Zielgruppe übersehen und wollen sie künftig berücksichtigen
Bei Kommune Inklusiv legten die Modellkommunen deshalb einmal im Jahr sogenannte Boxenstopps ein und schauten zusammen mit den Netzwerk-Partner*innen vor Ort kritisch auf ihr Projekt. Sie hatten dabei Unterstützung durch eine professionelle externe Moderation.
Was heißt Evaluation?
Methoden der Evaluation
Für Ihr inklusives Vorhaben
Je nachdem, wie umfangreich Ihr Vorhaben ist und wie viele Ressourcen Ihnen zur Verfügung stehen – insbesondere Zeit, Kompetenz und Budget –, können Sie Wissenschaftler*innen mit der Evaluation beauftragen oder selbst evaluieren. Wichtig ist, dass Sie herausfinden, welche Wirkung und Veränderung Ihre Arbeit erzielt. So können Sie Ihre Arbeit systematisch weiterentwickeln.
- Stellen Sie beispielsweise Fragen wie:
- Erreichen die Maßnahmen die Menschen, für die Sie sie geplant haben?
- Ändern die Maßnahmen das Leben der Menschen aus Ihren Zielgruppen?
- Verstehen die Menschen das Gleiche unter Inklusion wie Sie?
Bessere Ergebnisse erzielen Sie bei der Evaluation, wenn Sie Vertreter*innen Ihrer Zielgruppe einbeziehen. Holen Sie sich Feedback zu Methoden, Fragestellungen und Bewertung der Ergebnisse. Das schafft auch Vertrauen.
Nutzen Sie die Instrumente der Wirkungslogik: Wenn Sie Ihr Projekt nach dem Prinzip der Wirkungslogik geplant haben, können Sie Ihre bisherige Arbeit vermutlich schnell und gut überprüfen.
Haben Sie ein Institut mit der Evaluation beauftragt?
Wenn die Ergebnisse vorliegen, machen Sie sich folgendes bewusst: Die Wissenschaftler*innen legen – ganz neutral – Fakten dar. Wissenschaftler*innen sagen nicht: „Das ist gut und das ist schlecht.“ Sie untersuchen, analysieren Daten und legen offen, wie es ist. Anhand der Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung können Sie sehen, wo die Knackpunkte der Arbeit liegen, und für die Zukunft anders planen.
Infoblatt: So evaluieren Sie selbst
- Dokumenten-Recherche und -Analyse
- Zählbare Daten erheben
- Inhaltliches Feedback einholen
- Einfache Feedback-Methoden für Veranstaltungen
- Tiefer gehende Feedback-Methoden
Für Ihre Netzwerk-Arbeit
Bei Kommune Inklusiv haben die Modellkommunen, als Bestandteil der Evaluation, einmal im Jahr sogenannte Boxenstopps eingelegt. Das hat sich als sehr hilfreich und wirksam herausgestellt. Um gemeinsam einen Blick auf Ihre Netzwerk-Arbeit zu werfen, können Sie Sitzungen im engeren Projektteam oder Treffen der Netzwerk-Gremien nutzen. Überprüfen Sie, welche Ziele Sie bisher erreicht haben, ob ausreichend Menschen im Netzwerk sind, um Maßnahmen umzusetzen, und ob die Gremien wissen, was sie zu tun haben.
Die folgenden Fragen können Sie für den Blick aufs Netzwerk nutzen:
Ziele unter die Lupe nehmen
- Was haben Sie gemeinsam geschafft?
- Was haben Sie noch nicht erreicht?
- Was ist bisher nicht gut gelaufen?
- Was waren die konkreten Probleme?
- Wo müssen Sie möglicherweise nachbessern?
- Wie bewerten Sie Ihr strategisches Handeln?
- Sind Sie noch auf dem richtigen Weg?
- Ist Ihnen weiterhin klar, welche Ziele Ihr inklusives Netzwerk hat?
- Sind diese Ziele noch aktuell? Hat sich in der Gemeinde, der Stadt oder im Stadtviertel etwas verändert, auf das Sie reagieren und Ihre Ziele entsprechend anpassen sollten?
- Gibt es Themen, die für Sie entscheidend sind, die Sie aber mit Ihrer Netzwerk-Arbeit nicht direkt beeinflussen können (beispielsweise Bus- und Bahnangebot)? Wie könnte sich Ihr Netzwerk in diesen Bereichen trotzdem engagieren und Verbesserungen bewirken?
- Haben Sie die richtigen Maßnahmen geplant, um Ihre Ziele zu erreichen? Wurden die durchgeführten Maßnahmen angenommen?
- Was sind die nächsten Schritte, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen?
Partizipation überprüfen
- Wie gut ist es Ihnen bisher gelungen, dass die Zielgruppen und alle Bürger*innen bei Ihrer Netzwerk-Arbeit mitbestimmen?
- In welchen Bereichen klappt Partizipation gut?
- In welchen Bereichen könnten Ihre Zielgruppen beziehungsweise alle Bürger*innen stärker mitbestimmen?
Ressourcen und Erweiterung des Netzwerks beleuchten
- Reichen die Ressourcen, um weiterzumachen: Geld, Personal, Räume?
- Sitzen die richtigen Partner*innen am Tisch?
- Brauchen Sie zusätzliche Partner*innen? Beispielsweise, um eine Ihrer Zielgruppen besser zu erreichen? Um ein spezielles Thema zu besetzen? Oder um Ihr Themenspektrum zu erweitern?
- Welche Partner*innen brauchen Sie dafür?
- Wie können Sie sie erreichen?
Netzwerkstruktur untersuchen
- Wie sehen die Strukturen Ihres inklusiven Netzwerks aus: Arbeiten die Gremien nach dem ersten Jahr so, wie Sie es sich erhofft haben? Wie stabil ist das Netzwerk?
- Weiß jedes Gremium und jedes Mitglied im Gremium, was seine Funktion im Netzwerk ist? Kennen alle den Mehrwert des Netzwerks für die eigene Organisation?
- Trifft sich die Steuerungsgruppe regelmäßig und kommt zu Entscheidungen, die die Netzwerk-Arbeit voranbringen? Gibt es aktive Arbeitsgruppen?
- Arbeitet die Netzwerk-Koordination gut mit der Steuerungsgruppe und den Arbeitsgruppen zusammen?
- Ist allen Netzwerk-Partner*innen klar, wer was entscheiden darf (Stichwort: starke Mandate)? Ist geklärt, wer wann in wessen Namen worüber sprechen darf?
- Weiß jede*r Netzwerk-Partner*in, welche Aufgaben er oder sie hat?
- Was sind aktuell die größten Baustellen im Netzwerk?
Hilfreich für die Netzwerk-Analyse: Prozessbegleitung, Moderation und wirkungsorientierte Projektplanung
Förderung von Prozessbegleitung und Moderation: Die Kosten für Prozessbegleitung und für externe Moderation können von der Aktion Mensch innerhalb eines Projekts gefördert werden. Die Aktion Mensch bietet außerdem regelmäßig Fortbildungen zum Thema Moderation an.
Nutzen Sie die Instrumente der Wirkungslogik: Wenn Sie Ihr Projekt nach dem Prinzip der Wirkungslogik geplant haben, können Sie Ihre bisherige Arbeit vermutlich schnell und gut überprüfen. Wenn Sie bislang nicht mit der Wirkungslogik gearbeitet haben: Nutzen Sie sie jetzt für den Blick auf Ihre Netzwerkarbeit.
Nach der Überprüfung: Mut zur Neuausrichtung
Möglicherweise müssen Sie nach Ihrer Evaluation die Ressourcen im inklusiven Netzwerk noch einmal abfragen, Aufgaben neu verteilen, Gremien anders besetzen oder mit den Menschen in den Gremien neue Vereinbarungen treffen. Vielleicht kommen Sie zu dem Ergebnis, dass Sie eine Maßnahme einstellen und eine wirkungsvollere finden müssen. Oder, dass Sie zusätzliche Partner*innen in Ihrem inklusiven Netzwerk brauchen.
Sie können auch nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten für Ihr Netzwerk oder einzelne Projekte suchen.
Die Erfahrungen von Kommune Inklusiv haben gezeigt: Neuorientierung hat nichts mit Scheitern zu tun. Manchmal hilft es, Aufgaben neu zu verteilen und Bestehendes über Bord zu werfen. Das kann die Netzwerk-Arbeit beleben, frische Impulse geben und die Menschen neu motivieren.
Beispiel: Neue Aktion gestartet
Beispiel: Stetig besser durch Reflexion
Ergebnisse der Evaluation öffentlich machen
Sie tun Gutes – reden Sie darüber! Neuausrichtung, Zwischenergebnisse und Abschlussbericht sind gute Anlässe für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Berichten Sie transparent, ehrlich, verständlich und inklusiv über die Ergebnisse und darüber, wie es mit Ihrem Vorhaben weitergehen soll.
Überlegen Sie, wer welche Informationen benötigt. Ihre Zielgruppe braucht vielleicht eine Übersetzung in Einfache oder Leichte Sprache. Die Mitglieder Ihres Netzwerks interessieren sich möglicherweise für den gesamten Bericht in gedruckter Form. Politiker*innen und Geldgeber*innen wollen vielleicht nur die Kernbotschaften lesen. Und Bürger*innen erreichen Sie vermutlich am besten, wenn Sie Pressemitteilungen an die lokalen Medien verschicken. Außerdem können Sie die wichtigsten Ergebnisse und Botschaften in Häppchen über Ihre Kanäle in den Sozialen Medien verbreiten.