Nach der Vorstellung zuhören und diskutieren
Nach den kostenlosen Vorstellungen erzählen die Zuschauer*innen von sich und wie sie das im Stück behandelte Thema erleben. Ob und wie sie den Ärztemangel auf dem Land spüren. Ob der Biber bei ihnen Probleme macht oder sie sich freuen, wenn sie dem Nager nahe eines Gewässers begegnen . Indem jede*r aus dem eigenen Alltag erzählt, gewinnen alle Menschen neue Perspektiven. Sie tauschen sich aus, entwickeln Verständnis füreinander und lösen Informationsblasen auf.
Wie wichtig es ist, alle Perspektiven auf ein Thema kennenzulernen und zu diskutieren zeigt die Studie „Die andere Deutsche Teilung“: 75 Prozent der Menschen empfinden die öffentliche Debatte zunehmend als hasserfüllt, mehr als die Hälfte ist unzufrieden, wie Demokratie in Deutschland funktioniert. Das Traumschüff-Team möchte die Debattenkultur verbessern und die Menschen mit den leicht verständlichen Theaterstücken zum Nachdenken und Diskutieren anregen – konstruktiv, offen und zugewandt.
Austausch auf Augenhöhe
Die Zuschauer*innen können nach der Vorstellung einfach ihre Meinung sagen – auch diejenigen, die sonst vielleicht eher zurückhaltend oder leise sind. Menschen aus der Stadt und vom Land werden genauso gehört wie Jüngere und Ältere, Menschen mit viel und mit wenig Geld, mit hoher und mit geringer Bildung, mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund. Denn nur wenn alle gehört werden, lassen sich gesellschaftliche Herausforderungen auch so lösen, dass alle mitgenommen werden.
Durch die Publikumsgespräche erleben alle, dass ihre Sicht der Dinge zählt, dass sich andere für ihre Meinungen interessieren und dass sie etwas ändern können. Genau so funktioniert Inklusion.
Oft geben die Perspektiven und Meinungen der Menschen sogar den Anstoß für ein neues Theaterstück. Die Theatermacher*innen vom Traumschüff merken, welche Themen den Menschen wichtig sind und worüber es sich lohnt zu schreiben. In „Treue Hände“ fragen sie zum Beispiel, wie sich die deutsche Wiedervereinigung auf das Leben der Menschen in Ostdeutschland ausgewirkt hat – ein Thema das noch heute viele Zuschauer*innen bewegt.