Fördern und verändern - Förderung

Für mehr Miteinander

Die Förderpolitik der Aktion Mensch orientiert sich an den Bedürfnissen der Betroffenen

Jedem Menschen genau die Unterstützung zu bieten, die er in seiner speziellen Situation benötigt: Das ist das Ziel der Förderpolitik der Aktion Mensch. Die Organisation setzt sich dafür ein, die Lebensbedingungen von behinderten und benachteiligten Menschen, Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern. Außerdem will sie im Sinne der UN-Konvention für Menschenrechte die Eigeninitiative und Selbstbestimmung der Betroffenen stärken. Dafür hat die Aktion Mensch als größte private Förderorganisation 2009 rund 166 Millionen Euro eingesetzt - das sind 37 Prozent der Lotterie-Erlöse. Doch nach welchen Kriterien entscheidet sich die Organisation eigentlich für eine Förderung? Und welche Stationen durchläuft ein Antrag?

  • Förderung

  • Karl-Heinz

    Karl-Heinz

    Alter: 50 Jahre
    Wohnort: Erlangen

    Ein erster Eindruck kann täuschen. Und Grenzen sind dazu da, um verschoben zu werden. Als Geschäftsführer von "access" ist es Karl-Heinz ein Anliegen, das zu vermitteln. Die gemeinnützige Gesellschaft hat das Ziel, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen zu finden. Um das zu erreichen, ist viel Überzeugungsarbeit notwendig. Hilfreich ist aber auch finanzielle Unterstützung, zum Beispiel von der Aktion Mensch.

    Karl-Heinz und seinen Mitarbeitern ermöglicht die Förderung, sich für andere Menschen einzusetzen. Dafür brauchen sie Willensstärke und Durchsetzungskraft. Das ist nicht immer einfach und kostet viel Energie. Doch Karl-Heinz weiß, dass sich die Mühe lohnt.

  • Ulrike

    Ulrike

    Alter: 39 Jahre
    Wohnort: Marburg

    Ulrike ist bei der Bundesvereinigung Lebenshilfe für die Anträge an die Aktion Mensch zuständig. Sie hat im Blick, wer zu welchem Zeitpunkt eine Förderung beantragt. Als Sängerin in einem Frauenchor kennt sie die Herausforderung, verschiedene Stimmen miteinander in Einklang zu bringen. Das gelingt ihr auch beruflich: Sie kümmert sich darum, dass die Anträge mit allen notwendigen Unterlagen rechtzeitig bei der Aktion Mensch eingehen.

    Auf diese Weise erhält die Lebenshilfe genau dann Unterstützung, wenn Projekte an den Start gehen, die auf die Förderung angewiesen sind. Ulrike findet es toll, dass sie sich auf diese Weise für andere Menschen einsetzen kann - und macht ihre Arbeit ausgesprochen gerne.

  • Nicole

    Nicole

    Alter: 21 Jahre
    Wohnort: Stralsund

    Nicole ist die Dame in der "Spielkartenfabrik". Das ist eine Museumswerkstatt in Stralsund, in deren Räumen ein neues Spiel entsteht: Dafür lassen sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene als Kartenmotive verkleidet fotografieren. So werden Nicole und ihre Freunde Teil eines selbst produzierten Kunstwerks.

    Nicole hat von der Idee erfahren, weil sie regelmäßig den integrativen Freizeittreff in der Etage über der Museumswerkstatt besucht. Sie freut sich schon auf das Ergebnis. Aber sie hat auch einfach Spaß daran, in Gesellschaft kreativ zu sein. Genau darum geht es in dem von der Aktion Mensch geförderten Projekt.

Wen fördert die Aktion Mensch?

Der Verein finanziert Projekte freier, gemeinnütziger Organisationen. Die meisten Anträge stellen die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Einzelne Personen oder öffentliche Einrichtungen unterstützt die Aktion Mensch nicht. Sie fördert vielmehr Ideen und Ansätze, die da greifen, wo der Staat keine oder nur wenige Angebote macht. Gleichzeitig geht es darum, immer wieder neue Impulse für die Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft zu setzen.

Deutschlandweit: Die Grafik zeigt, wie sich die Fördergelder (ohne Stiftung) nach Regionen verteilen. Auf die Bevölkerung umgerechnet ergibt sich ein anderes Bild. Die höchste Fördersumme pro Kopf erhalten dann Bremen und Mecklenburg-Vorpommern.

Welche Projekte werden unterstützt?

Ob Beratungs- oder Begegnungsstätten für behinderte und sozial benachteiligte Menschen, inklusive Schulen, in denen Kinder mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen miteinander lernen, oder berufliche Weiterbildungen, die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt eröffnen: Die Aktion Mensch fördert langfristige Investitionen, einzelne Projekte oder gibt Starthilfe beim Aufbau von Strukturen.

Wie funktioniert das Antragsverfahren?

Um eine Förderung zu erhalten, ist vor allem eine gute Idee ausschlaggebend. Die gemeinnützigen Organisationen müssen deutlich machen, dass sie eine Lösung für eine drängende Frage anbieten und das geplante Angebot auf die Bedürfnisse behinderter oder benachteiligter Menschen zugeschnitten haben. Dabei werden sie von den Mitgliedsverbänden der Aktion Mensch fachlich beraten. Anträge nimmt die Organisation ausschließlich unter www.aktion-mensch.de/antrag entgegen.

Wer entscheidet über die Förderung?

Über die eingereichten Anträge entscheidet ein Kuratorium auf der Grundlage der Förderrichtlinien, die sich unter www.aktion-mensch.de/foerderrichtlinien einsehen lassen. Das Kuratorium setzt sich aus Vertretern der Wohlfahrtsverbände, Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe sowie dem ZDF zusammen.

Abenteuer Alltag

Mehr Angebote für ein selbstbestimmtes Leben

Wählen, wie und wo sie leben möchten: Das ist für die meisten Deutschen selbstverständlich. Für Menschen mit Behinderungen gab es jedoch lange Zeit fast ausschließlich große Heime. Die Aktion Mensch fördert deshalb Organisationen, die auf neue Wohnformen setzen.

"Ich wollte wieder versuchen, mir eine eigene Existenz aufzubauen", erklärt Andreas Klement. "Das habe ich inzwischen geschafft. Ich wohne seit fast drei Jahren alleine und bin sehr stolz darauf." Im Sommer wird er erstmals wieder zur Arbeit gehen, in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen gibt es eine passende Stelle. Nicht immer hat Klement geglaubt, dass er dieses Ziel erreicht. Denn bis zu einer eigenen Wohnung ist es ein langer Weg gewesen: Nach einem schweren Unfall vor mehr als fünfzehn Jahren lag er im Koma, und als er wieder aufwachte, war sein Sehvermögen eingeschränkt und er konnte nur noch schlecht laufen. Danach ging es abwärts, er hatte psychische Probleme, wurde alkoholabhängig und verlor seine Wohnung. Unterstützung fand der Chemnitzer damals beim Verein zur Integration psychosozial behinderter Menschen (VIP).

Andreas Klement

Andreas Klement besucht täglich die sozialtherapeutische Tagesstätte des VIP in Chemnitz. In der Holzwerkstatt gibt es die Möglichkeit, kreativ zu sein - so entstehen etwa die Mobiles.

Vielfalt ist Trumpf

Der VIP entstand auf Initiative von Betroffenen, Angehörigen und Bürgern. Nach der Wende gründeten sie einen Treff, der Anlaufstelle für psychisch erkrankte Menschen wurde: Die ersten Schritte zum ambulant betreuten Wohnen waren gemacht. Inzwischen hat der Verein Angebote für verschiedene Lebensformen - damit jeder das Modell findet, das ihm am besten entspricht. Eine Möglichkeit ist die Wohnstätte in einem Chemnitzer Altbau. Sie wurde mithilfe der Förderung durch die Aktion Mensch modernisiert und bietet psychisch kranken Menschen ein Zuhause. Sie werden rund um die Uhr betreut. Einige wenige bleiben ein Leben lang hier, andere nur einige Monate. Der nächste Schritt, den auch Andreas Klement gemacht hat, ist die sogenannte Außenwohngruppe.

Training für den Ernstfall

Die Außenwohngruppen des VIP sind drei ganz normale Wohnungen, mitten in einer Chemnitzer Siedlung. Den Mittelpunkt bildet jeweils eine große Küche. Im Erdgeschoss ist sie in sonnigem Gelb gestrichen, Fotos vom gemeinsamen Ostseeurlaub schmücken die Wände, aus einem der Zimmer ist das Zwitschern von Zebrafinken zu hören. Sonst ist es still - drei der vier Bewohner sind an diesem Vormittag bei der Arbeit. Danach stehen für sie alle die Aufgaben an, die bei vielen Menschen den Alltag prägen: einkaufen, das Zimmer sauber machen, ab und an mal ins Kino gehen. "Das ist gar nicht so einfach, wenn man aus dem Wohnheim kommt und die Selbstständigkeit nicht mehr gewohnt ist", erklärt Heike Eberl, eine der Gruppenbetreuerinnen. Sie und ihre Kolleginnen sind stundenweise vor Ort, um die Bewohner zu unterstützen: Das reicht vom gemeinsamen Behördengang bis zur Stilberatung, wenn es um einen neuen Pullover geht. Der Kontakt zu den Nachbarn ist gut: Etwaige Vorbehalte hatten sich spätestens dann erledigt, als einige Bewohner der Wohngruppen im Rahmen eines speziellen Projektes die eine oder andere Hausmeistertätigkeit übernommen haben. Denn nicht immer ist es für die WG-Mitglieder einfach, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu bekommen - das gilt für den freien Arbeitsmarkt genauso wie für Plätze in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Dabei freut die Betreuerinnen nichts mehr, als wenn es den Bewohnern gelingt, möglichst selbstständig zu leben. "Im vergangenen Jahr sind drei unserer Gruppenmitglieder in eine eigene Wohnung gezogen. Das ist für uns ein toller Erfolg", berichtet Eberl.

Wohnen nach Wunsch

Die Wohnangebote des Vereins zur Integration psychosozial behinderter Menschen in Chemnitz sind ein Beispiel von vielen. Seit Oktober 2002 bietet die Aktion Mensch unter anderem ein zeitlich befristetes Förderprogramm an, das großen Einrichtungen dabei hilft, umzustrukturieren: Ziel ist die Unterstützung von individuelleren Angeboten. Fast 40 Organisationen arbeiten zurzeit daran, kleinere Wohnmodelle zu schaffen. Diese orientieren sich eng an den Bedürfnissen der Bewohner und geben ihnen die Möglichkeit, ihr Umfeld mitzugestalten. Um die Inklusion aller Menschen in die Gesellschaft zu erreichen, suchen die Träger eine möglichst enge Anbindung an die Gemeinde. Dazu gehören beispielsweise der Einkauf im örtlichen Supermarkt oder gemeinsame Feste mit den Nachbarn.

Die beste Werbung

Auch wer auszieht, bekommt Unterstützung: bei der Wohnungssuche oder -ausstattung und gegebenenfalls durch eine ambulante Betreuung. Viele ehemalige Bewohner bleiben mit der Wohngruppe in Kontakt, kommen zum Kaffeetrinken vorbei und animieren die Bewohner dazu, es mit der Selbstständigkeit zu versuchen. Das ist die beste Werbung dafür, irgendwann den geschützten Raum zu verlassen. Andreas Klement nutzt außerdem das Angebot, die sozialtherapeutische Tagesstätte des VIP zu besuchen. Hier treffen sich montags bis freitags 18 Erwachsene, essen gemeinsam, töpfern im hauseigenen Werkraum oder arbeiten für zwei bis drei Stunden in der Recyclingwerkstatt.

In Zukunft wird der VIP noch ein weiteres Wohnmodell für psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen anbieten. Die Vorbereitungen dafür fördert die Aktion Mensch seit 2009: Zwei Mitarbeiter sind auf der Suche nach Gastfamilien, die psychisch kranke oder behinderte Menschen längerfristig aufnehmen - und ihnen die Möglichkeit bieten, am ganz normalen Leben teilzunehmen.

Zukunft gestalten

Fußballer

Ehrenamtliches Engagement fördern, sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen: Dafür steht das Gesellschafter- Projekt. Die Förderung hat diese Idee aufgegriffen - und 2009 rund 1.800 Initiativen unterstützt, die ganz praktisch daran arbeiten, ein Stück Gesellschaft für alle zu schaffen.

Drei Beispiele

  • Der Verein zur Förderung der Flüchtlingsarbeit in München hat sein Angebot "Infobus ohne Grenzen" erweitert: Mit 25 ehrenamtlichen Übersetzern und Beratern ist er eine Anlaufstelle für Flüchtlinge und Asylbewerber. Sie erhalten beispielsweise Hilfe, wenn es darum geht, Dokumente zu verstehen oder Behördenschreiben zu verfassen.
  • Eine Fußballmannschaft für Menschen ohne Wohnung ist durch das Engagement der Diakonie Dortmund entstanden. Die Spieler der "Diakonieschwalben" sollen Herausforderungen annehmen, eigene Fähigkeiten einbringen und so Selbstbewusstsein erlangen.
  • Die Caritas Westeifel setzt sich für Hauptschüler ein: Sie hat ein Patenschaftsprogramm vorbereitet und begleitet, das Jugendlichen im letzten Schuljahr einen ehrenamtlichen Mentor zur Seite stellt. Dieser hilft ihnen dabei, einen Ausbildungsplatz zu finden.
Die Zielgruppen der Förderung
bewilligte Anträge Summe (Mio. €)
Behindertenhilfe 11.569 135,3
Kinder- und Jugendhilfe (Projekt- und Starthilfeförderung) 145 15,2
Förderaktion dieGesellschafter.de 1.803 6,3
Zuführung Stiftung Deutsche Behindertenhilfe   9,2
     

Gesamt

13.517 166

Unterstützung ausbauen

In den vergangenen Jahren ist die Fördersumme kontinuierlich gestiegen

Junge Frau an Maschine

Das von der Aktion Mensch geförderte Projekt "Mensch Mädchen!" hilft jungen Frauen beim Einstieg in das Berufsleben. Zum Beispiel, indem sie in Workshops ihre handwerklichen und technischen Fähigkeiten erproben.

Um möglichst viel zu bewirken, konzentriert sich die Aktion Mensch mit ihrer Förderung ganz bewusst auf verschiedene Schwerpunkte: Der weitaus größte Teil fließt dabei in die Behindertenhilfe, gefolgt von Mitteln für Kinder und Jugendliche und den Zuführungen in die Stiftung Deutsche Behindertenhilfe. Dabei hat die Organisation ihre Unterstützung in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet: Umfassten die Ausgaben für Förderung und Stiftung 2007 noch 152 Millionen Euro, so lagen sie im vergangenen Jahr mit 166 Millionen Euro so hoch wie noch nie.

Nachhaltig helfen

Gleichzeitig war und ist es der Aktion Mensch ein Anliegen, ihre Förderpolitik im Sinne der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen weiterzuentwickeln. Das bedeutet unter anderem, dass sie sich für mehr Wahlmöglichkeiten im Alltag einsetzt: Indem sie den Aufbau ambulanter, in die Gemeinde integrierter Wohnangebote fördert oder sich für inklusive Schulen und Kindergärten stark macht. Auch in Zukunft wird sich die Aktion Mensch besonders für Angebote engagieren, die einen nachhaltigen Beitrag für eine gerechtere Gesellschaft leisten.

Die Projekte der Behindertenhilfe im Detail

Vom ambulanten Dienst bis zur Fortbildungsveranstaltung

Behindertenhilfe – Investitionsförderung
bewilligte Anträge Fördersumme (Mio. €) Anteil (%)
Wohnen 254 37,8 27,9
Fahrzeuge 296 9,6 7,1
Integrationsbetriebe 38 5,3 4,0
Kindereinrichtungen 46 4,0 2,9
UGK-Investitionen* 16 3,0 2,2
Ambulante Dienste 48 4,6 3,5
Werkstätten (NBL)** 25 2,7 2,0
Sonstige Investitionen*** 160 15,9 11,7
       
  883 82,9 61,3

*    Umwandlung von Groß- und Komplexeinrichtungen
**   Bauvorhaben Werkstätten neue Bundesländer
***  Schulen, Frühfördereinrichtungen, Tagesstätten

Behindertenhilfe – Projekt- und Starthilfeförderung
bewilligte Anträge Fördersumme (Mio. €) Anteil (%)
Starthilfeförderung 461 18,7 13,8
Projektförderung 155 10,8 8,0
Impulsförderung Arbeit 57 6,8 5,0
Ferienmaßnahmen 9.497 8,0 5,9
Aus- und Fortbildungsmaßnahmen 443 3,1 2,3
UGK-Projektförderung 25 3,4 2,5
UGK-Starthilfeförderung 12 0,6 0,4
Impulsförderung Mittel-, Ost- und Südosteuropa 36 1,0 0,8
       
  10.686 52,4 38,7
       

Gesamt

11.569 135,3 100

Die Stiftung Deutsche Behindertenhilfe

Mit Zinszuschüssen lassen sich Darlehen für soziale Projekte finanzieren

Haus in Alzey

Im rheinland-pfälzischen Alzey bietet dieses Haus psychisch erkrankten Müttern und Vätern mit kleinen Kindern ein Zuhause. Hier lernen sie, selbstständig zu leben.

Seit 1991 gibt es die Stiftung Deutsche Behindertenhilfe mit Sitz in Mainz. Die Mitglieder der Aktion Mensch haben sich entschlossen, diese Stiftung zu gründen, um Bauvorhaben zu unterstützen und so die Grundlage für viele neue Projekte zu legen. Dafür vergibt sie Zins- und Tilgungszuschüsse, mit denen sich die notwendigen Darlehen finanzieren lassen. Indem sie diese Zuschüsse in der Regel zehn Jahre lang zusichert, versetzt sie die Träger in die Lage, langfristig zu planen.

Beispiel Alzey: für kranke Eltern mit Kind

2009 hat die Stiftung 313 Projekte mit insgesamt 19 Millionen Euro gefördert. So erhielt etwa der rheinland-pfälzische Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen Zinszuschuss für ein Darlehen in Höhe von 195.000 Euro. Dieser Zinszuschuss der Stiftung umfasst insgesamt rund ein Viertel der Darlehenssumme. Das sind im Beispielfall knapp 50.000 Euro, die nach und nach über zehn Jahre ausgezahlt werden und so die beim Verband anfallenden Zinszahlungen reduzieren. Mit dem Geld hat das DRK ein Haus gekauft und umgebaut. Es bietet psychisch erkrankten Müttern und Vätern mit kleinen Kindern einen Ort, an dem sie gemeinsam leben können. Bis dahin gab es in der Region keine Einrichtung, die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern aufgenommen hat.