Aktion Mensch-Blog
Meine Liebe zur Musik
Autor: Carina Kühne, am 22.02.2012 um 08:26 Uhr
Musik verbindet. Freude an Musik haben Menschen mit und ohne Handicap. Für mich war Musik schon immer sehr wichtig.
Wie viele Säuglinge und Kleinkinder mit Down-Syndrom wollte ich nicht essen. Zum Glück habe ich einen großen Bruder, der Klavier spielte. Mit Musik klappte das Essen – also musste mein Bruder immer Klavier spielen. Als ich kaum stehen konnte, zog mich das Klavier magisch an, und ich klimperte mit Begeisterung darauf herum.
Wenn im evangelischen Regelkindergarten der Pfarrer jede Woche einmal mit seiner Gitarre kam, um mit uns Kinderlieder zu singen, war ich genau so begeistert wie alle anderen Kinder in meiner Gruppe. Auch die Musiktherapie machte mir viel Spaß.
Gemeinsames Musizieren von klein auf
Als ich eingeschult wurde, wollte die Musiklehrerin der Schule auf keinen Fall die Integrationsklasse unterrichten, weil sie große Bedenken hatte. Schon nach ganz kurzer Zeit überlegte sie es sich, und ich durfte sogar bei Aufführungen mitmachen! Weil ich so begeistert von Musik war, meldete meine Mutter mich zur "musikalischen Früherziehung" an. Hier war ich mit nicht behinderten Kindern zusammen. Die Musiklehrerin meinte, ich würde gar nicht "rausfallen" aus der Gruppe.
Einmal in der Woche kamen Schüler zum Flötenunterricht zu meiner Tante. Auch da durfte ich immer dabei sein und zuhören. Weil ich auch gerne Flöte lernen wollte, bekam ich schließlich auch Unterricht. Bald konnte ich mit den anderen Flötenkindern ohne Handicap mehrstimmig spielen. Es machte uns und unseren Zuhörern viel Freude, wenn wir auf Veranstaltungen spielten. Die Musik hat uns verbunden.
Wenn der Funke überspringt
Später bekam ich auch Klavierunterricht von meiner Tante. Der Unterricht macht mir auch viel Freude, und ich bin immer sehr froh, wenn ich vor Publikum spielen kann und meine Musik gut gefällt. Da springt der Funke über, und mein Handicap gerät in Vergessenheit.
Ich liebe klassische Musik und gehe gern ins Theater, um Musicals, Opern oder Operetten anzusehen. Wie immer achte ich darauf, ob ich Menschen mit Behinderung sehe. Leider sehe ich nur selten welche. Meine Kusine spielt die erste Geige in einem Orchester, und ich freue mich immer, wenn sie Konzerte gibt. Mir ist aufgefallen, dass dort fast zu jedem Konzert eine schwerstbehinderte junge Frau im Rollstuhl unter den Zuhörern ist. Sie kann sich nicht bewegen und klatschen, trotzdem sieht man an ihren Augen, wie gut es ihr gefällt.
Natürlich mag ich auch moderne Musik und würde mir wünschen, dass es viel mehr Veranstaltungen gibt, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung teilnehmen können.
Weitere Infos zum Thema Musik:
Inklusionskampagne der Aktion Mensch – Geschichten im Blog: Station 17: Wir woll'n zusammen sein!
Inklusionskampagne der Aktion Mensch – Portrait: Benedikt Lika
Autor: Carina Kühne
Kategorie: Inklusion
Einfach helfen – am Good Deeds Day
Autor: Timo Klippstein, am 21.02.2012 um 09:18 Uhr
Wann haben Sie das letzte Mal etwas Gutes getan? Na, überlegen Sie mal. Und was ist überhaupt eine gute Tat? Wie wäre es mit dem Klassiker: einer älteren Dame über die Straße zu helfen. Gibt es davon zu wenig, von den guten Taten? Oder muss es das ganz große Gutmenschentum sein? Vielleicht gibt es aber auch noch etwas dazwischen? Konkrete Aktionen im Lokalen, im eigenen direkten Umfeld. Es soll ja schließlich auch Spaß machen. Und nicht zu kompliziert sein, oder? Was meinen Sie dazu?
Gelegenheit dazu gibt es genug. Eine ist am Sonntag, 25. März, dann ist Good Deeds Day – der Tag der guten Taten und damit der Zeitpunkt, aktiv zu werden. Raus aus dem Alltag, rein in die Aktion. An diesem Datum geben weltweit mehr als 100.000 Menschen ihre Zeit für ihre Mitmenschen und die Gemeinschaft. Initiatorin ist Shari Arison, von der Arison Unternehmensgruppe. Sie hat im Jahr 2007 mit der Organisation Ruach Tova den ersten Good Deeds Day in Israel veranstaltet. Unterstützt wird die Kampagne durch MTV.
Die Aktion Mensch beteiligt sich am sechsten Good Deeds Day 2012 mit ihrer Freiwilligendatenbank, bei der sie mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen kooperiert. Dort finden Sie rund 7.500 Organisationen und Initiativen, bei denen Sie sich engagieren und mithelfen können.
„Jedes Jahr ermöglicht dieses Projekt mehreren 10.000 Menschen auf der ganzen Welt, die Freude zu erfahren, etwas Gutes für jemand anderen zu tun, und zu entdecken, das es in vielen Fällen sehr einfach ist, zu geben“, sagt Shari Arison zum Tag der guten Taten.
Kommentar schreibendidacta 2012 – Inklusion light?
Autor: Eva Keller, am 19.02.2012 um 15:02 Uhr
Mit den Tests fängt alles an, mein Messebesuch und die Förderkarriere vieler Kinder. Gleich in der ersten Halle der didacta fällt mir ein Stand auf, der Tests zu Intelligenz, Gedächtnis, Logik, Rechnen, Sprache im Angebot hat. Alles kann erfasst und bewertet werden. "Defizitorientiert" sind solche Tests oft, sagen Kritiker. Weil Kinder gewisse Dinge nicht verstehen, werden sie bestimmten Schulformen zugewiesen.
Handbücher, Material und Beispiele
Aber es geht auch anders. Es gibt andere Diagnose-Methoden – und wer Schüler mit Behinderung fördern möchte, findet dazu auf der didacta erste Unterrichtsmaterialien. Der Raabe Verlag hat für Lehrer und Schulleiter je ein Handbuch zur Umsetzung von Inklusion entwickelt, ergänzt um differenzierende Materialien. Die Förderbedürfnisse bei unterschiedlichen Behinderungen wie Autismus, Sinnesbehinderung, Hochbegabung werden hier nicht beschrieben – aber diese Lücke füllt der Band "Eine Schule für alle: Inklusion umsetzen in der Sekundarstufe" des Vereins Mittendrin. Und: Das Buch zeigt anhand vieler Beispiele nicht, wie Inklusion funktionieren kann – sondern bereits funktioniert.
Für den inklusiven Englisch-Unterricht hat Diesterweg "London Bridge" konzipiert. Ein Buch, das thematisch und mit seinem Charakter an die anderen Englisch-Bücher des Verlags anknüpft, Texte und Aufgaben aber auf die Fähigkeiten lernschwacher Schüler abgestimmt hat. Hm. Ist es denn noch gemeinsames Lernen, wenn die Kinder einer Klasse unterschiedliche Bücher bekommen?
Inklusion light?
Die Kunst im "heterogenen Unterricht", so sagt die Mathematik-Didaktikerin Prof. Dr. Marianne Grassmann, als sie ihr Primo-Lehrbuch vorstellt, liege darin, eine Aufgabe so zu stellen, dass jeder Schüler darauf eine Antwort findet – zum Beispiel durch offene Fragestellungen. Allerdings stellt sie nebenbei klar, dass sie dabei nicht Kinder mit Down-Syndrom, Blinde, Hörgeschädigte im Blick hat - die würden auf anderen Wegen lernen. Was soll das nun heißen: Dass Inklusion nur mit Kindern mit Lernbehinderungen funktioniert? Dass unter dem Label "Heterogenität" so eine Art "Inklusion light" vorangetrieben wird? Oder dass Inklusion ihre Grenzen in der Vermittlung von Mathematik findet?
Noch kein Konsens
Inklusion: Der Begriff und die Idee sind in den Messe-Hallen überall präsent, irgendwie. In der Technik-Ecke, wo Whiteboards und iPads als Wunderwerkzeuge für einen "Unterricht für alle" angepriesen werden; am Stand der GEW, die ihre Mitglieder beherzt einstimmt auf die neuen Zeiten; an den Design-Ständen, wo Lehrer – mit Blick auf ihre neuen Schüler – Werkbänke mit Aussparungen für Rollstühle begutachten können; in den Diskussionen, in denen deutlich wird: Darüber, wie der Unterricht sich verändern wird und muss, herrscht noch keine völlige Klarheit, kein Konsens. Der beste Beleg: ein Verlagsvertreter, der sagte: "Inklusion? Ach, wenn wir wollten, könnten wir das auf all unsere Fördermaterialien schreiben."
Weitere Informationen:
Inklusionskampagne der Aktion Mensch: Handlungsfeld Bildung
Aktion Mensch: Kostenlose Unterrichtsmaterialien für Lehrer und Schüler zum Thema "Inklusion in der Schule"
Autor: Eva Keller
Kategorie: Inklusion
Stimmen zur Schulinklusion: Die Schüler-Perspektive
Autor: Heiko Kunert, am 18.02.2012 um 08:50 Uhr
Nach Lehrern und Eltern haben wir Schülerinnen und Schüler gefragt, welche Erfahrungen sie mit Inklusion gemacht haben, was sie von dem Konzept halten und was sie sich für die Zukunft unseres Schulsystems wünschen.
"Du kannst alles werden"
Zeynab (20, Berlin) hat an einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe Abitur gemacht:
"Ich hatte einen oder zwei Jahrgänge über mir eine Mitschülerin, die war Rollstuhlfahrerin. Ich habe mitbekommen, dass sie dies jedoch nicht daran gehindert hat, ihr Abitur zu machen oder Freunde zu finden. Die Schule war behindertengerecht eingerichtet und die Lehrer haben sie in keinster Weise benachteiligt oder anders behandelt.
Aus meinen Erfahrungen kann ich nur sagen, dass sich die Lehrer sehr viel Mühe gegeben haben, den Schülern zu helfen und ihren Schulalltag besser zu gestalten. Mancher Lehrer war dann auch mehr als nur "der Lehrer", hat den Schülern zugehört, geholfen und sie aufgebaut, sie ermutigt, am Ball zu bleiben und ihre Ziele zu verfolgen. Mein Tutor hat damals zum Beispiel mal zu mir gesagt: "Zeynab, du kannst alles werden, auch Astronautin, wenn du das denn möchtest. Du musst nur an Dich selbst glauben, dann kannst du nach den Sternen greifen." So was zu hören, das war kurz gesagt: WOW! Jemand der an mich glaubt, das war das, was ich brauchte, als ich noch "jünger" und unentschlossener war."
Eine behindertengerechte Schule wäre gut
Sandra (16, Niedersachsen) besucht eine Realschule:
"Wir haben einen gehbehinderten Jungen im Jahrgang. Da wir keine Fahrstühle haben, muss er immer mit Krücken die Treppen laufen. Ich finde es gut, wenn Behinderte an "normale" Schulen gehen, wenn alles behindertengerecht ist und sie keine Probleme haben. Eine behindertengerechte Schule wäre gut. Ich fände es auch besser, wenn es mehr Behinderte auf unserer Schule gäbe, damit diese nicht ausgeschlossen werden und es mehr zur Gewohnheit wird, etwas mit Menschen mit Behinderung zu machen."
Immer ein großes Drama
Philip (19, Niedersachsen) besuchte zunächst eine Regelschule, bevor er an eine Schule für Blinde und Sehbehinderte wechselte:
"Ich war bis zur 6. Klasse auf einer Regelschule. Dort habe ich einen Zivildienstleistenden bekommen, und einmal die Woche kam jemand vom mobilen Dienst. Meine Bücher wurden alle eingescannt, dies war aber immer ein großes Drama, da ich oft am Anfang des Schuljahrs ohne Bücher dasaß. Das war nicht so lustig.
Ich weiß von mehreren Schulleitern, die sagten, dass es ja nicht möglich sei, zum Beispiel das Zentralabitur in Braille umzusetzen. Ich habe auch schon Schulleiter erlebt, die sagen, dass es ja überhaupt nicht ginge, jemanden mit einer Sehbehinderung oder einer Blindheit aufzunehmen. Das finde ich eine Frechheit. Einige Schulen müssen in der Zukunft sehen, wo sie bleiben, weil schließlich jeder das Recht auf Bildung hat. Und wenn man dann mal an die Presse gehen würde, könnte es schnell sein, das die Schulen ihre Meinung ändern, da sie keine Schüler verlieren möchten.
Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass jede Schule ohne Bedenken jemanden wie mich aufnehmen wird. Aber das braucht wahrscheinlich nicht nur ein paar Jahre, sondern Jahrzehnte."
Wir haben viel Spaß
Toni (11, Bayern) besucht eine Montessori-Schule:
"Wir helfen uns gegenseitig. Bei den Integrationskindern sind genauso nette und nicht nette Kinder dabei wie bei allen anderen auch. Wir lernen alle gemeinsam, das funktioniert gut und wir haben viel Spaß zusammen. Wir haben eine neue Schülerin. Ihr Arm funktioniert nicht. Sie ist total nett. Ich wünsche mir, dass es mehr solcher Schulen gibt und dass mehr Kinder in so eine Schule gehen können."
Gegenseitiger Respekt ist eine Voraussetzung
Paul (18, Nordrhein-Westfalen) besucht ein Gymnasium:
"Für mich hat der Umstand, dass alle Schüler sich gegenseitig mit Respekt behandeln und Unterschiede - seien es körperliche, geistige oder soziale - außer Acht lassen, weniger etwas mit einem Konzept als mit Vernunft und Menschenverstand zu tun. Um sich in einer guten Gesellschaft wie heute zu bewegen, ist gegenseitiger Respekt denke ich eine Voraussetzung.
Meines Erachtens ist es die Pflicht der Lehrer und Pädagogen, gerade in Kindergarten und Grundschule den Kindern beizubringen, dass jeder Mensch unabhängig von Aussehen, Psyche oder sozialem Hintergrund gleichwertig ist. Aber Pädagogen, die etwas anderes vermitteln, gibt es heutzutage sowieso nicht mehr. Alles andere hängt von den Kindern und Schülern selbst ab. Wer welche Schulform besucht, entscheiden schließlich immer noch die Qualifikationen des Einzelnen."
Später keine Hemmungen beim Kontakt mit Behinderten
Julia (14, Niedersachsen) besucht das Gymnasium:
"Bei uns an der Schule gibt es extra Fahrstühle, so dass jeder überall hinkommen kann. Ich finde es gut, dass auch Menschen mit Behinderung an "normalen" Schulen Unterricht haben. Ich denke, es hilft ihnen, leichter Freunde zu finden, da sie so auch mit anderen in Kontakt kommen. Auch Menschen ohne Behinderung kann es meiner Meinung nach helfen. Wenn man mit einem behinderten Mitschüler in eine Klasse geht, hat man eher Verständnis dafür und hat später weniger Probleme oder Hemmungen beim Kontakt mit Behinderten.
Ich fände es gut, wenn jede Schule behindertengerecht ausgestattet wäre, und ich denke, das sollte man auch erwarten können. Bisher hat man an den Schulen noch wenig Kontakt mit Behinderungen jeder Art. Ich fände es besser, wenn das mehr wären, da es dann normal wäre und ein einzelner Behinderter weniger herausstechen würde. Ich denke, dass sich Schüler mit Behinderung auch wohler fühlen würden, wenn sie wüssten, dass sie mit ihrer Behinderung nicht alleine sind."
Weitere Informationen:
Inklusionskampagne der Aktion Mensch: Handlungsfeld Bildung
Inklusionskampagne der Aktion Mensch / Geschichten im Blog: Inklusion in der Schule: Das Verschiedensein ist normal
Inklusionskampagne der Aktion Mensch / Geschichten im Blog: Wie kann eine "Schule für alle" wirklich funktionieren?
Familienratgeber: Schule für Kinder mit Behinderung
Autor: Heiko Kunert
Kategorie: Inklusion
Mittendrin statt Sonderling
Autor: Ulrich Steilen, am 17.02.2012 um 09:00 Uhr
Für den Kölner Elternverein "mittendrin e. V." ist Inklusion keine leere Worthülse, sondern ein Menschenrecht. Die Eltern setzen sich dafür ein, dass Kinder mit Behinderung an Regelschulen unterrichtet werden. Gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung. Die Beratungsstelle des Vereins ist Anlaufpunkt für Eltern aus dem gesamten Bundesgebiet.
An deutschen Schulen wird klassifiziert, getrennt und ausgesondert. Besonders in den Förderschulen, die noch vor kurzem Sonderschulen hießen. Die Vorsitzende von "mittendrin e. V.", Eva-Maria Thoms, spricht deshalb von einer "eingefahrenen Selbstverständlichkeit, mit der hierzulande Kinder wegen einer Behinderung in Sonderschulen verfrachtet werden". Die Kultusministerkonferenz unterscheidet neun Förderschwerpunkte, unter anderem "Geistige Entwicklung", "Hören", "Sehen" sowie "Körperliche und motorische Entwicklung". Sind die Schülerinnen und Schüler erst einmal einem Förderschultyp zugeordnet, bleiben die meisten von ihnen für die gesamte Schulzeit auf dieser Schule. Aus inklusiver Sicht eine Sackgasse. Insgesamt gehen deutschlandweit nur 20 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf in eine Regelschule. Zum Vergleich: Im europäischen Durchschnitt besuchen inzwischen 80 Prozent der Kinder mit Behinderung die Regelschule, und nur 20 Prozent die Förderschule.
Eine Schule für Alle
Diesen Missstand möchte "mittendrin e. V." ändern. Seit 2006 engagiert sich der Elternverein für den inklusiven Unterricht. Er berät Eltern und begleitet sie zu Gesprächen mit Lehrern und Schulämtern. Er bietet Infomaterial und Fortbildungen für Lehrer zum Thema "inklusiver Unterricht" an und hat bereits zwei Kongresse mit dem Titel "Eine Schule für Alle" ausgerichtet. Außerdem unterhält "mittendrin e. V." eine Beratungsstelle in Köln und betreibt die Webseite "Eine Schule für Alle". Die Kölner Elternberatung leitet Wolfgang Blaschke. Blaschke ist Diplom-Pädagoge und hat den Elternverein mitgegründet. "Sondereinrichtungen fördern keine gesellschaftlich Teilhabe, da man unter sich bleibt und den Umgang mit Vielfalt nicht lernen kann", sagt er.
Behütete Umgebung Förderschule?
Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich auch Deutschland zur Schaffung eines inklusiven Bildungssystems verpflichtet. Die Vereinten Nationen sehen vor, dass darin 90 Prozent aller Kinder mit Behinderung eine allgemeine Schule besuchen. Gilt das nur auf dem Papier?
"Mittendrin e. V." wehrt sich gegen die Meinung, "unsere behinderten Kinder seien in der behütenden Umgebung der Förderschulen doch gut aufgehoben". "Sie sind es nicht", heißt es auf der Webseite des Vereins. Und weiter: "Wann soll Integration gelernt werden - wenn nicht in der Schulzeit?"
Weitere Informationen:
Elternberatung beim "mittendrin e. V." unter Telefon 0221 - 61 42 49 oder per E-Mail mittendrinev@netcologne.de
Mehr Infos im Internet:
Video "Superhelden" des "mittendrin e. V." auf YouTube
Die Aktion Mensch bietet für Lehrer und Schüler kostenlose Unterrichtsmaterialien zum Thema "Inklusion in der Schule" an
Inklusionskampagne der Aktion Mensch: Handlungsfeld Bildung
Familienratgeber: Integration in einer Regelschule
Wegweiser für Eltern zum Gemeinsamen Unterricht, ausgearbeitet von der Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben - gemeinsam lernen e. V.
Autor: Ulrich Steilen
Kategorie: Inklusion

